Archiv für Juni 2007
Im Küstenwasser
treiben die Kästen,
die von Matrosen
an Land gezogen,
die, wie sie sie öffnen,
in ihnen goldene Münzen finden
und ihre ungläubigen Augen
spiegeln sich golden
im Fieber der Wertschätzung
sehen sie sich selbst
im Spiegel der Wellen?
Ihr Untergang.
Einst war es Jean Paul Friedrich Richter, der gelegentlich während dem Schreiben einen “bottle-count” machte, d.h. die Anzahl der geleerten Flaschen festhielt, die er als guter Trinker verzehrte. Heute würde diese Anekdote wie eine goldene Legende in den Ohren vieler klingen. Damit seien aber nicht die Kollegen Geisteswissenschaftler gemeint, sondern die Flaschensammler. Seit der Einführung des Pfands entdeckt man immer öfters, vor allem an touristischen Sammelorten, Menschen unterschiedlichster Gesinnung, wie sie geschärften Blickes der trinkenden Gemeinschaft auflauern und Mülltonnen abklappern, sich gar nicht scheuen, geduldig neben den Trinkenden zu warten, diese unter Druck setzend, auf dass sie die wertvollen Glasbehälter in ihre kurzweilie Trophäensammlung aufnehmen können. Dass es dabei zu zu einem starken Konkurrenzkampf gekommen ist, der sich besonders stark auf Festen und ähnlichen Freiluftzusammenkünften zeigt, verwundert kaum, schließlich können Obdachlose dadurch in einer Stunde mehr “einnehmen”, als wenn sie von der Wohlgesonnenheit eiliger – besonders da man kürzlich das steigende Fußgängertempo wissenschaftlich festgestellt hat - Passanten in der Fußgängerzone abhängig wären. So gesehen ist die dadurch Straßen mitreinigende Aktion durchaus löblich.
Wenn ich eines kann:
Ich bin ein 6-Flaschen-Mann,
verdiene mir mein täglich Brot,
helfe mir selbst aus der Not.