worldwidewest
Der Finger spannt sich, die Maus liegt locker in der Hand. Jeden Moment kann der Schuss fallen, er, der Held des digitalen Zeitalters, umworren von Strahlen und Kabeln, gegen die weite Ferne, an deren Horizont nicht einmal die Berge zu sehen sind.
Go west, young man heißt es auch für ihn. Seine Reise geht durch den Bilderdschungel, farbenprächtige Digitopen der Fruchtbarkeit, wo der puren Lust Heimat zu liegen scheint. Auch wenn er sich in Acht vor Krankheiten und Ungeziefer nehmen muss: die Reize locken ihn an den dunklen Hort, an dem man unter seines gleichen Tier sein darf.
Es folgen die weiten Steppen. Hier wird alles an Ausdauer und Disziplin erfordert. Durch lange uniforme Textfelder muss er reiten, vorbei an Statuen und Ruinen, die alle ihre Geschichte haben. Manchmal taucht im Dunst der sengenden Hitze eine Werbung auf, die vielversprechend zu locken wagt oder es sind merkwürdige Töne und Stimmen, die er wahrnimmt, doch er bleibt bei Sinnen, er bleibt auf seinem Weg. Der Weg ist das Ziel denkt er sich, doch vor ihm taucht eine Stadt aus dem Nichts aus. Ein wilder Zirkus aus zwielichtigen Personen, Tänzern, Musikern und Sängern. Hier ein Jongleur, dort ein Feuerspucker. Zwischen den Zeltplanen in bunkerähnlichen Bauten raucht und pfeift es. Selbstertüfftelte Maschinen erfüllen ihren Zweck oder laufen auch nur so. Es ist ein magischer Ort, den man liebt und hasst, weil man hier seine Zeit vergeuden kann. Und der Reisende, den doch alles aufhält, was wird er wohl machen?