Archiv für Juli 2009

Die weißen Rosen sind verbrauchte Rosen,
hoch gesteckt ins Haar. Von dort speist
sich der Reflektor, von dort
beginnt die Reiskornjagd im
Hochzeitswald.

Vom Asphalt aus
schießt du ein Bild, ein ergrautes
Rehauge liegt hinter dem Milchglaspapier
und nimmt die Ahnung vorweg. Immer wieder
spielst du diese Fotoalben rauf und runter,
als klänge aus ihnen eine Melodie.

Die freie Wildbahn: Deine Schritte pflügen
durch das nasse, schwere Gras der
Jagdkorridore. Flurbereinigt, umgelegt,
wo du einmal lebtest. Nun zieht etwas
wie ein heißer Atem um, er haucht dir ins Ohr,
dich innen zu beschlagen. Nach wem
aber drehtest du dich um, um in kein Gesicht
zu schauen?

Das Waldgesicht hat die Falten in der Zeit,
darum braucht es nicht zu lachen oder weinen
und gilt es sich davon zu befreien,
sieh zu, wie du in die Wälder schreist.

Im Sand

An den Tagen nach den Stürmen fällt der Sand erneut -
es schüttet und verrinnt zwischen deinen Fingern

Die Wüste ist so weit,
dass das Korn vom Korn zu trennen
sich nicht lohnte.

Die Dünen wandern zwischen allen Augenblicken,
als sei der Ort immer nur ihr Gepäck
und zögst du ihnen nach, im Eifer
bei Nacht, im Sterngesteck? Aufgeeifert

wischst du dir die Augen, denn es fällt
aus all den Räumen jene Kleinigkeit.

im Blickfang der schwebenden Kittel
schreitest du immer noch
die schwach beleuchteten Gänge ab

und manchmal schreit es oder.

stöhnt, als wenn ein Neugeborenes den Tod der Alten
stürbe.

Chronische fehlfunktionen:
ein operationelles Vorgehen an der herzklappe war notwendig:
die op verläuft gut.
es wundert dich

der unzermürbte Schlaf der Kranken.

aus allen augenblicken heraus
kommst du wie ein tier mit deinen augen:

fisch und gewässer. bist du dies
glänzen am anglermorgen, dieser stundenschwund,
der dich heiter wirft?

du tappst in toten blättern,
ein rascheln dieses werden, ein zucken,
wenn der donner spricht.

in all dem lauern willst du jagen?

witterwerke.

Follow

Bekomme jeden neuen Artikel in deinen Posteingang.