Archiv für April 2011

die einsamkeit fällt auf mich zurück
wie der schatten eines tages
zäh und bestimmt

und dann
am horizont nur schimmernder nebel

die vollen verborgenen ecken
des himmelsdiamanten leuchten
was gibt es
im traum noch zu entdecken?

Der Tag wurde
zur längsten Einheit
und beschließt.

Untrübsam

vereidigt
unter
Linden
mit
Lichtkronen

ab
gestellt
auf
einsamen
Gleisen

stählern
rosten

wie
nach all den Jahren
ein Händeschütteln,
das deinen
Körper
erschüttert.

Hinter dem
blendenden Effekt der
Sonne lacht dein Mund,
es ist ein Motiv,
um nicht mehr
dazusein.

Das Ich von gestern, das kurz im Garten innehält

Im Garten stehend, die Augen halb geschlossen unter dem Gewicht der Sonne, halb versunken in das Fäden ziehende, strahlende Gewebe aus Tulpen und Gras, so nah vor den Augen. Der beißende Geruch des Frühlings. Die Hand auf dem kühlen Holz der Lehne. Bröckliger Lack. Die russische Nachbarin im dritten Stock ist eine schwere Yucca-Palme, die sich mit kurzen, dunklen Scharrgeräuschen in den Schatten müht.

CD (eject)

CD, die; -s (Datenträger in Form einer spiegelnden, runden Scheibe mit Loch)

spielt nur noch Regenblues
und Sonnenbruch
zerscherbter Himmel
bis zum Weltrand (682 Mb)
aus
rausgeworfen durchs
Halbmastfenster,
so ein fast-warm,
noch-kalt
Tag
vor Ostern.
Stumm und mit Wolkenschrapnell
übersäht und nachaufgeklärt
zwischen den triefenden Weidenästen,
in diesem Zwischengewitter
laufe ich in einen
Torbogen hinein,
blind vor
Augen.

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